Föckinghausen

von Walter Gödde

Auf einem Plateau im Naturpark Arnsberger Wald (475 m N.N.) liegt der Ferienort Föckinghausen. Dieser Ort ist heute ein idealer Ausgangspunkt für Wanderer und Naturliebhaber, die hier Ruhe und Erholung finden in den ausgedehnten, gut begehbaren Laub- und Nadelwäldern des Naturparks.

Bis heute ist die Herkunft des Namens Föckinghausen ungeklärt. Auch Recherchen in anderen Orten gleichen Namens brachten keine erkennbaren Ergebnisse.

Wie bekannt ist, verdienten sich die damaligen Familien ihren Lebensunterhalt im Holzfäller- und Köhlerhandwerk. Außerdem hatten sie kleinere Landwirtschaften (Kühe, Rinder, Kälber, Schweine und Hühner) zur Deckung des eigenen Bedarfs. Das war schon deshalb wichtig, weil die nächsten Orte Velmede, Ostwig oder Nuttlar ca. 2 km entfernt lagen.

Föckinghausen im Wandel – so könnte die Überschrift über die Geschichte des etwa 250 Jahre alten Wohnplatzes lauten. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden hier die ersten Häuser einer kleinen Holzfäller- und Köhlersiedlung erbaut. Von den einst sieben Familien leben heute nur noch zwei in Föckinghausen. Fünf Häuser der Familien, die auf Ostwiger Flur standen, wurden bei einem Großbrand Ende des 19. Jahrhunderts vernichtet und nicht wieder aufgebaut. Die Familien sahen in Föckinghausen keine Zukunftschancen mehr und siedelten sich in den umliegenden Orten an, wo ihnen andere Verdienstmöglichkeiten geboten wurden.

Noch heute weisen Flurnamen und entsprechende Funde in unmittelbarer Nähe von Föckinghausen darauf hin, dass hier Holzkohle hergestellt wurde.

Wegen der hohen Hitzegrade wurde die Holzkohle insbesondere bei der damaligen Gewinnung und Schmelzung von Erzen sowie als Reinigungsmittel von Flüssigkeiten und Gasen verwendet. Mit der Erfindung der Dampfmaschine (1769) begann das Industriezeitalter. Überall entstanden auch hier im Sauerland neue Betriebe, die z.T. Zulieferbetriebe für die größeren Industrieunternehmen waren. Hinzu kam, dass den Ramsbecker Grubenbetrieben Mitte des 19. Jahrhunderts eine Blütezeit prognostiziert wurde, so dass auch in unseren Gemeinden Werke wie Pochwerke oder Eisen- und Verhüttungsbetriebe errichtet wurden. So hatte die Bereitung von Pottasche und die Kohlenmeilerei (Holzkohle) eine nicht unerhebliche Bedeutung, zumal der Transport der Steinkohle aus dem Ruhrgebiet ohne Bahn- und LKW-Verkehr erhebliche Probleme darstellte. Mit dem Zusammenbruch der Ramsbecker „Großindustrie“ und dem Bau der Eisenbahn im Jahre 1872 verlor die Holzkohlengewinnung mehr und mehr an Bedeutung, da die Herstellung der Holzkohle in der damaligen Verfahrensweise sehr aufwendig war.

Die Familien Knippschild und Nolte, die in Föckinghausen wohnen blieben, waren maßgeblich daran beteiligt, dass Föckinghausen zu einem weit über die Grenzen des Sauerlandes hinaus bekannten Ferienort wurde.

Das Hotel Waldhaus Föckinghausen, das der Familie Knippschild gehört, ist insbesondere bei den Wanderfreunden eine beliebte Adresse. Das Hotel hat sich daher auch der Kette „Sauerländer Wandergasthöfe“ angeschlossen. Neben dem Hotel besitzt Familie Knippschild noch ein Ferienhaus, das an Gäste vermietet wird.

Die Familien Hermann Nolte und Franz-Josef Nolte vermieten eine Ferienwohnung und ein Ferienhaus mit dem klangvollen Namen „Tannenrausch“, der alles über einen erholsamen Urlaub in ruhiger Lage aussagt.

Das heutige Schullandheim wurde im Jahre 1935/36 durch die damalige Deutsche Arbeiterfront (DAF) errichtet und diente bis zum Ende des 2. Weltkrieges als Schulungsheim. Nach dem Krieg fanden hier viele Heimatvertriebene bzw. Flüchtlinge ein erstes Zuhause. Ab 1949 wurde das Heim von der Industriegewerkschaft Bergbau ebenfalls zu Schulungszwecken übernommen und genutzt. Anfang 1954 erwarb der Verein der Freunde des Schullandheims der Pestalozzischule Unna e.V. das Heim samt Inventar von der IG Bergbau und richtete es als Erholungsheim für Schülerinnen, Schüler und Jugendliche ein.

Der damalige Schalker Pfarrer Franz Kohle, in Velmede geboren, ergriff Anfang der 1960er Jahre die Initiative und ließ auf einem Gelände unterhalb der Fahrstraße Velmede-Föckinghausen (neben dem Caritas-Familienferienheim) ein Erholungsheim für sozial schwach gestellte Bergarbeiterfamilien errichten.

Ein weiterer Beherbergungsbetrieb ist die Ferienstätte Föckinghausen, die im Jahre 1966 vom Caritasverband der Stadt Gelsenkirchen eröffnet wurde und seitdem von diesem Verband betrieben wird. Der ebenfalls in Velmede geborene frühere „Ruhrbischof“ Franz Kardinal Hengsbach setzte sich auch für dieses Projekt ein und sorgte dafür, dass in den 1980er Jahren diese beiden Heime zusammengelegt wurden und die Ferienstätte Föckinghausen bildeten. Heute ist dieser Beherbergungsbetrieb von der „HOLLANDIA“-Gesellschaft übernommen worden.

Insgesamt verfügt der 30 Einwohner zählende Ferienort Föckinghausen über 330 Gästebetten.

Eine Besonderheit ist, dass der Ort über eine eigene Wasserversorgungsanlage verfügt und von einem Verein, deren Mitglieder „nur“ die Föckinghäuser Familien sind, betrieben wird. Im ca. 50 m unterhalb des Ortes gelegenen Quellgebiet der Hammecke wird das Wasser gesammelt und zu einem Hochbehälter auf dem Sengenberg gepumpt.