Plattdeutscher Kreis

Plattdeutscher Kreis

Jeden 2. Mittwoch im Monat treffen sich einige Velmeder Bürgerinnen und Bürger um 19.30 Uhr im Gasthof Faske, Velmede, zu einem „Plattdeutschen Kreis“, um die plattdeutsche Sprache zu erlernen und zu sprechen.

Es werden u.a. plattdeutsche Lieder gesungen, plattdeutsche Geschichten und „Vertellekes“ vorgetragen und gelesen. Wenn dabei unbekannte Worte vorkommen sollten, werden sie gemeinsam definiert und erklärt.

So macht das Erlernen der alten deutschen Sprache auch heute noch Spaß!


Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Karl-Josef Kramkowski
Velmede
Finkenweg 22
59909 Bestwig

Tel. (02904) 4641
e-Mail: karl-josef.kramkowski@gmx.de


Rückblick auf das Jahr 2016:

von Karl-Josef Kramkowski

Der Arbeitskreis hat sich jeden Monat einmal getroffen. Es wurden plattdeutsche Texte von Mundartautoren aus unserer Region gelesen und bei Bedarf die hochdeutsche Bedeutung einzelner Wörter erklärt. Zur Auflockerung wurden jedesmal einige plattdeutsche Lieder auf bekannte Melodien gesungen.

Der Schwerpunkt in diesem Jahr lag zunächst auf den Texten aus dem Buch „Bassmes Hof“, geschrieben von dem aus Berlar stammenden Wilhelm Kathol. Später wurden regelmäßig Geschichten aus dem Buch „Biärgwind“ des Autors August Beule gelesen. Der Autor stammt gebürtig aus Elpe.

Als besonderes Ereignis ist die Besichtigung des alten Backes beim Bauernhof Stehling/Witthöfer in Berlar zu nennen. Insgesamt 18 Personen fuhren dorthin, um sich etwas von der Geschichte und Bauweise sowie den Arbeitsabläufen in so einem Backhaus erzählen zu lassen. Außerdem wurden einige für das damalige Dorfleben typische Geschichten aus den Büchern „Bassmes Hof“ und „Biärgwind“ vorgetragen.

Nach dem Singen einige plattdeutscher Lieder, ließ man es sich bei Kaffee und Kuchen aus dem Hause Faske gut gehen. Gegen 17:00 Uhr fuhr man wieder nach Hause.


„Drei-Königssingen 2016“

Alljährlich gehen Meßdienergruppen in Velmede, Föckinghausen, Nierbachtal und Halbeswig von Haus zu Haus und wünschen den Bewohnerinnen und Bewohnern mit einem entsprechenden Lied Gottes Segen und Glück für das neue Jahr.

Drei Mitglieder des „Plattdeutschen Kreises“ unterstützten in diesem Jahr die Aktion der Meßdiener. Sie haben an einigen Häusern an der Bundesstraße und rund um die St. Andreas-Pfarrkirche in Velmede sowie in Föckinghausen „angeklopft“ und das nachfolgend aufgezeichnete plattdeutsche Lied gesungen.

Das von diesen Sternsingern vorgetragene Lied (in plattdeutsch) lautet:

De hilligen drai Künige
(in plattdeutsch)

De hilligen drai Künige met iärem Steern,
se giät sik op de Stöcker un säiket den Heern.
Et schnigget un schlackert, et fruiset un knappet,
vey krempet de Täiwen, de Tiäne dai klappert.

Loot schniggen, loot schlackern, et däit us nix,
vey singet un hallet us dapper un fix;
de laiwe Heer well alles belaunen
met Glück un Siägen un hiemelsken Kraunen.

Doch, läiwe Lüie, bat keyk ey sau späih?
Grundehrlik dat sin vey jo alle drai.
Drümm well vey ug usen Namen seggen,
dann werre vey, dat ey Respäckt sollt hewwen.

Ik, Kasper, ik hewwe känn Pläcksken witt,
den schoinen Juffern gefall ik nit;
doch wann ey mik wellt bey der Nacht bekeyken,
dann loot‘ ik akkroot as‘ ugges Gleyken.

Ik, Künig Mälcher, sin witt un feyn,
sau feyn, as‘ en Heer un en Growe kann seyn;
sin feyne gewasken un feyne gekemmet,
dat alles taum güllenen Rocke stemmet.

Ik haite Balzer un schlüäre sau met,
ik sin nit aisk un sin ok nit nett.
Ik durtele ümmer sau ächter diän andern,
well auk tem hilligen lanne wandern.

Taum hilligen Lanne is awwer nau weyt;
Ais giät et nau mannegmool Awweteyt.
Un Geld. Dat kamme vam Tuine nit briäcken,
drümm mott vey mildötige Luie anspriäcken.

Day reyken Patroiners in düser Staat,
ik denke, dai giät us’ ne Stuiwer ter baat’.
Vey singet taum Danke un drägget den Steeren
un gruißet ug alle diän laiwen Heeren.

Aus Sprikeln und Spöne 1859 Fr.-W. Grimme

Die heiligen drei Könige
(übersetzt)

Die heiligen drei Könige mit ihrem Stern,
sie geben sich auf die Stöcker und suchen den Herrn.
Es schneit und schlackert, es friert und knackt,
wir krümmen die Zehen, die Zähne die klappern.

Lasst schneien, lasst schlackern, es tut uns nichts,
wir singen und halten uns tapfer und fix;
der liebe Herr will alles belohnen
mit Glück und Segen und himmlischen Kronen.

Doch liebe Leute, was guckt ihr so kritisch?
Grundehrlich das sind wir doch alle drei.
Darum wollen wir euch unsere Namen sagen,
dann wetten wir, dass ihr Respekt sollt haben.

Ich, Kasper, ich habe keinen Flecken weiß,
den schönen Jungfrauen gefalle ich nicht;
doch wenn ihr mich wollt bei der Nacht begucken,
dann lasse ich genau als eures gleichen.

Ich, König Melchior, bin weiß und fein,
so fein als ein Herr und Graf kann sein;
bin fein gewachsen und fein gekämmt,
das alles zum goldenen Rocke stimmt.

Ich heiße Baltasar und gehe so mit,
ich bin nicht hässlich und bin auch nicht nett.
Ich trottele immer so hinter den andern,
will auch zum heiligen Lande wandern.

Zum heiligen lande ist es aber noch weit,
erst gibt es noch manches Mal Appetit,
und Geld, das kann man vom Zaune nicht brechen,
darum müssen wir mildtätige Leute ansprechen.

Die reichen Patronen in dieser Stadt,
ich denke, die geben uns einen Thaler dabei.
Wir singen zum Danke und drehen den Stern
Und grüßen euch alle den lieben Herrn.

Umgeschrieben 05.01.2004, Georg Stratmann