Velmede

von Walter Gödde – Ortsheimatpfleger

Velmede hat seit der Karolingerzeit eine bedeutende Rolle gespielt. Es war Urpfarrei für ein Gebiet, das von Calle bis Brilon und von den Höhen des Arnsberger Waldes bis zum „Assinghauser Grund“ reichte.

Seinen geschichtlichen Höhepunkt erlebte Velmede zu Beginn des 11.Jahrhunderts unter der Herrschaft der Herren von Rüdenberg, als es zur Freigrafschaft Velmede -auch Freigrafschaft Valme genannt- erhoben wurde.

 Die urkundlich erste Erwähnung (s. oben) findet man in der Gründungsurkunde des Klosters Grafschaft durch den Abt des Klosters Siegburg und Erzbischof von Köln, Anno II., im Jahre 1072. In dieser Urkunde wird der Schultenhof und die Kirche zu Velmede dem Kloster Grafschaft und dem Erzbischof von Köln unterstellt.

Das tatsächliche Gründungsjahr der Kirche zu Velmede ist um 800 zu vermuten, als die Bezirke der Urpfarreien Velmede und Wormbach in der karolingischen Landesteilung zum Lochtropgau zusammengeschlossen wurden. In zwei Urkunden aus den Jahren 997 und 1000 (Königsurkunden) bestand diese Einteilung noch.

Dann aber bekam Meschede durch die günstigere Lage am Kreuzungspunkt von zwei wichtigen Straßenverbindungen und durch das Stift größere Bedeutung.

Durch Abpfarrungen schmolz im späteren Mittelalter die Urpfarrei Velmede immer mehr zusammen, bis sie zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die Größe des ehemaligen Amtes Bestwig erreichte.

Politisch verlagerte sich dann ebenfalls der Schwerpunkt nach Eversberg, wo 1242 Burg und Stadt errichtet wurden. 1841 wurde Velmede Samtgemeinde, die alle Orte mit Ausnahme der Stadt Eversberg umfasste, aber mit ihr den Amtsbezirk bildete. Der Sitz der Amtsverwaltung wurde noch einmal von Eversberg nach Velmede verlegt.

1886 wurde die Samtgemeinde Velmede wiederum aufgelöst und es entstanden die selbständigen Gemeinden Berlar, Gevelinghausen, Halbeswig, Nuttlar, Ostwig, Ramsbeck und Velmede. Berlar ging später in Ramsbeck und Halbeswig in Velmede auf. Die sechs übrigen Gemeinden bildeten dann den Amtsbezirk Bestwig.

1891 wurde der Amtssitz von Velmede nach Bestwig verlegt.

1975 löste sich im Zuge der Kommunalen Neuordnung der Amtsbezirk Bestwig auf und die Gemeinde Bestwig ohne Eversberg und Gevelinghausen wurde ins Leben gerufen.

Zur Erinnerung und im Bewusstsein der geschichtlichen Vergangenheit führt heute die Gemeinde Bestwig das Andreas-Kreuz (blau auf silbernem Schild) in ihrem Wappen.

St. Andreas ist der Schutzpatron der alten und heutigen Pfarrei und Pfarrkirche zu Velmede.